Abgeordnete besuchen die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen

2021Abgeordnete besuchen die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen

Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der heimische Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne zusammen mit der örtlichen Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers die Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen.

Der Leiter der Station Dr. Florian Brandes verdeutlichte am Anfang die Dimensionen der Station: „Gelegen auf einem ehemaligen Munitionsdepot der Bundeswehr haben wir ein ca. 20 Hektar großes Gelände für Wildtier- und Artenschutz errichtet– zum Vergleich der Zoo Hannover hat eine Größe von 22 Hektar. Hier in Sachsenhagen werden diverse Wildtiere aus dem Einzugsgebiet Mittelniedersachsen aufgenommen und nach kurzer Zeit der Pflege wieder entlassen. Auch werden zahlreiche Exoten aus der ganzen Bundesrepublik in der Station aufgenommen und nach einer Zeit der Quarantäne oftmals an Zoos weitervermittelt.“

Die Abgeordneten tauschten sich in den neugeschaffenen Räumlichkeiten der Umweltpädagogik aus. „Leider können wir den Raum zurzeit nur als Pausenraum nutzen“, erklärte der Leiter der Station, Dr. Brandes. Denn mit der Fertigstellung der Räumlichkeiten und dem planmäßigen Nutzen von u.a. Schulklassen traf die Corona-Pandemie auch die Station und zwang diese alle Veranstaltungen abzusagen. Tonne war sehr interessiert an der Nachfrage des umweltpädagogischen Angebotes der Station und versicherte, dass in diesem Jahr die Nutzung von eintägigen Ausflügen für Schulklassen so lange wie möglich bestehen bleiben wird und fügte hinzu: „Ich wünsche mir vom Herzen, dass die Bedingungen sich im Frühjahr des nächsten Jahres so entwickeln, dass das volle Programm der Umweltpädagogik genutzt werden kann.“ Dr. Brandes berichtete vom großen Interesse der Schulen an Exkursionen.

Nachdem Dr. Brandes ein Überblick über die jährlich aufgenommenen Tiere gab, erkundigte sich Völlers nach Tendenzen und Entwicklungen. „Wir können zwei, pandemiebedingte Trends erkennen: Zum einen haben wir in diesem Jahr deutlich weniger Exoten wie Schlagen und Echsen aufgenommen, dies hängt wahrscheinlich mit den coronabedingt geringen Kontrollen der zuständigen Behörden bei Privatpersonen zusammen. Hier werden wir, sobald die Kontrollen wieder anlaufen, eine Normalisierung der Zahlen erleben. Zum anderen bekommen wir viel mehr Wildtiere als sonst, weil die Leute zu Hause sind und den ausgemergelten Igel oder den Vogel, der gegen die Scheibe geflogen ist, eher entdecken und uns vorbeibringen.“ Berichtete Dr. Brandes.

Im anschließenden Rundgang zeigte Dr. Brandes noch das Gelände und berichtete von den geplanten Entwicklungen und den Herausforderungen der Station.

Dabei erklärte er die anspruchsvolle Arbeit der Station: „Wir befinden uns hier in der Königsdisziplin der Tierpflege. Wir pflegen und betreuen junge, alte und kranke Tiere und versuchen diese so schnell wie möglich wieder auszuwildern. Wir wissen freitags nie, was uns montags wieder an Tieren erwartet.“ Durch die Technik des „Soft Releasing“ werden die Tiere über Wochen durch Klappen im Gehege, die sie frei verlassen können, ausgewildert. „Oftmals verlassen die Tiere morgens die Unterkunft und kehren zum Schlafen und Fressen wieder zurück. Die Technik des „Soft Releasing“ hat den großen Vorteil, dass die Tiere nicht von 0 auf 100 neue Lebensräume kennenlernen müssen und im Zweifel verhungern, sondern sich nach und nach einen neuen Lebensraum erschließen können, bis sie nicht mehr zur Station kommen.“ So Dr. Brandes.

Florian Brandes gab den Abgeordneten noch folgenden Wunsch mit auf den Weg: „Zäune oder neue Gehege zu bauen ist kein Problem, da kommen wir regelmäßig an Fördertöpfe und werden unterstützt. Die große Belastung für uns sind die Personalkosten, die fast 2/3 des Budgets ausmachen. Erschwerend kommt hinzu, dass es sehr schwer ist geschultes und qualifiziertes Personal zu finden.“ Tonne versicherte, dass er dieses Anliegen mit nach Hannover nehmen wird, und für Unterstützung werben wird. Ebenso wird sich Marja-Liisa Völlers in Berlin nach möglichen Fördermitteln des Bundes erkundigen.

Alle beteiligten vereinbarten den regelmäßigen Austausch fortzuführen

 

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